An end has a start.

Oft habe ich mich gefragt: „Wann kommt der Moment? Wo werde ich sein? Was werde ich tun?“ Der Moment an dem ich plötzlich realisiere das mein Jahr Elternzeit in ein paar Tagen vorbei ist. Der Moment an dem mir klar wird „Hej, geht wieder los. Das „wahre“ Leben“ Mit arbeiten gehen und so.

Heute war er dann da, am Strand in Noordwijk, während ich meine schaukelnde Familie durch den Sucher meiner Kamera betrachtete und ich diese pure Lebensfreude in den Augen meiner Liebsten versuchte zu konservieren, für die Zeit danach. Nach dem Wochenende am Strand, nach der ersten Arbeitswoche, nach einem Jahr Elternzeit. Es lief „The National“ über die Lautsprecher, welche den noch fast leeren Strand beschallten und während ich durch den Sucher blickte kamen mir die Tränen. Vor Freude und Vorfreude. Und Dankbarkeit.


Dieses erste Jahr als Papa, Familienvater, Gefährte, Freund, Verlobter…es war Besonders. Ich glaube diese Zeit hat mich geprägt wie keine andere in meinem bisherigen Leben. Dieser Moment wo ich Hedi das erste Mal in meinen Armen hielt, sie noch keine fünf Minuten auf dieser Welt, in die OP Lichter blinzelte, da hatte sie mein Herz erobert und gleichzeitig sollte es der Start in dieses erste, gemeinsame Jahr werden. Ein Jahr voller Liebe und Abenteuer, voller „erster Male“ und Ritualen. Ein Jahr voller Veränderung und Anstrengung. Ein Jahr voller Dankbarkeit, voller Lernen und gemeinsamen entdecken.

Und wir sind gewachsen an all dem. Sei es beim Windeln wechseln auf dem Flug nach Mallorca, während ich mich mit meinen zwei Metern Körpergröße in die Boardtoilette falten musste. Im Krankenhaus Anfang des Jahres, nicht zu wissen was plötzlich passierte mit Hedi und uns. Oder am ersten Mal getrennt voneinander sein, weil ich für ein paar Tage in Schottland und Südkorea war.
Wir sind eine Familie geworden in diesem Jahr, welch wundervolles Gefühl. Diese tiefe Bindung, die in den letzten Monaten zwischen uns entstanden ist bzw. sich gefestigt hat, die ist unbezahlbar und deswegen würde ich es jederzeit wieder so machen. Mir und uns ein ganzes Jahr Zeit geben, um anzukommen in den neuen Rollen, im Leben oder eben beim (r)einfalten in besagte Boardtoilette.

Was kommt also als nächstes? Der ganz normale Familienalltag? Ja, vielleicht. Aber immer mit unserer eigenen Handschrift, unserem eigenen Tempo. Sei es beim eingewöhnen bei der Tagesmutter, oder aber beim erstmaligen schaukeln am Strand von Noordwijk. Wir haben so viele Ideen und Möglichkeiten, uns steht alles offen. Klingt vielleicht ein wenig pathetisch, aber so ist es. Ich bin voller Vorfreude auf all das. Auf unsere gemeinsamen Projekte, Schnapsideen, konkreten Pläne und und und.

Während ich diese Zeilen schreibe, liegen wir auf unserem Hotelbett (mittlerweile in Utrecht angekommen) und da lese ich folgendes:

E N D E. Vier Buchstaben, die es in sich haben. Sie markieren Abschiede, Schlussstriche, mögliche Neuanfänge, sind plötzlich oder vorhersehbar, möglicherweise planbar und doch überraschend. Unser E N D E beschreibt in diesen Tagen Ebensolches der Elternzeit. Ein Jahr als Mann in Elternzeit: sagen wir es so: die Reaktionen dazu waren zu Haufe identisch: einerseits belächelnd & kritisch, andererseits „neutral“ und verhalten, vielerseits jedoch auch bejahend und begeistert. Im Alter von sechs Wochen waren wir zusammen das erste Mal an der holländischen Nordsee, die Babytrage lies „damals“ noch kaum ein sich darin befindliches Baby vermuten, so winzig warst du da, kleine Hedi. Wir schnupperten Meeresluft, gingen etliche Kilometer spazieren und hatten deutlich mehr Gepäck für ein paar Tage dabei, als heute. Wir schließen das Kapitel Elternzeit deshalb an der selbigen See, dieses Mal mit einem neugierigen Kleinkind im „Gepäck“ ab, was freudig auf Möwen, Wellen und Hunde zeigt und das ein oder andere holländische Matschbrötchen verdrückt. Dieses Bild, es ist der Inbegriff des vergangenen Jahres für mich: Nähe, Vertrauen, Ankommen, Glückseligkeit. Ich könnte noch lange fortfahren, aber das braucht es nicht. Ich bin unglaublich stolz auf dich, Svensson! Du bist unser liebevoller Papa bear, unser sicherer Hafen, unser Zuhause.

Danke, dass du so „mutig“ und offen warst, dein gesamtes Leben umzukrempeln und wir jeden Tag die kleinen und großen Momente zu schätzen wissen- Wir, die kleine F A M I L I E.

L O V E, L

Schöner kann ich es nicht formulieren, von daher (für heute) ENDE.

 

 

We see things they´ll never see

Ich werde Vater.


Drei simple, aber hochemotionale Worte. Lange habe ich überlegt, wieder zu bloggen, Gedanken zu notieren, vielleicht auch mein Inneres nach außen zu kehren.

Hier sitze ich nun. Mit frischem Kaffee und Blick in den Innenhof.
Während Elbow und John Grant mein Wohnzimmer mit wundervollen Melodien füllen, wird mir mal wieder bewusst: „Ich werde Vater“. Die Sache ist, dass ich es kaum erwarten kann. Da musste ich 42 Jahre alt werden und diverse Beziehungen später, da treffe ich diese eine Frau und alles ist klar. Klar im Sinne von: Wir gehören zusammen, wir sind ein Team, egal wie kompliziert vielleicht die Lebensumstände gerade sein mögen. Gemeinsam schaffen wir das.

Wir haben wahrlich viel gemeinsam geschafft in den letzten Wochen und Monaten, all das scheint wie eine Vorbereitung auf das was da kommen mag. Auf das, was wir noch gar nicht einschätzen können. Auf dieses Wunder. Wir gründen eine Familie, übernehmen Verantwortung, sind füreinander da, in Zeiten von weltweiten Krisen und purem Einhorn-Overload im Einzelhandel.

Dazwischen versucht man das Leben zu organisieren, sucht nach einem bezahlbaren Gefährt, brüht Kaffee auf oder saugt nochmal durch die Wohnung.

Diese Zeilen sind für dich und für das wir bereits geschafft haben.
Diese Zeilen sind für uns und das wir und unsere Zukunft.

Ich werde Vater und verdammt (!) es fühlt sich großartig an.

PS: In Zukunft dann mehr Emotionales, Alltägliches, Fotografisches, irgendwas mit Käsekuchen, Musik, Leben