baby

Schlafen wie ein Baby.

So vielfältig wie die Bedürfnisse von uns Erwachsenen an das Thema Schlafen sind, so sensibel und vielseitig sind die Bedürfnisse eines Babys.

Was so einfach klingt ist tatsächlich etwas, was ein Baby „lernen“ muss.
Vertrauen fassen, nicht das Gefühl haben alleine gelassen zu werden, die Nähe der Eltern zu spüren. Dieses Leben erst einmal zu verstehen, einen Tagesrhythmus zu erlenen. Tag & Nacht unterscheiden zu können. 

Hedi ist nun gute drei Monate alt und an ablegen war zu Beginn nicht zu denken, sie brauchte unsere Nähe um entspannen zu können. Es war nahezu ein Triumph, wenn sie tagsüber länger als zwanzig Minuten auf ihrem Stillkissen schlafen konnte.  Die Nächte liefen immer reibungslos getreu dem Motto: Eat – Sleep – Eat (Repeat).

Und so beginnt dann im Netz die Recherche, man liest sich durch Foren oder Tipps & Tricks der Apotheker- Familien- Zeitung und alles hat man irgendwie schon mal gelesen oder gehört.

Eine Sache sahen wir regelmäßig in den sozialen Medien: Die Federwiege NONOMO. Logisch, wer möchte nicht gerne in einem konstanten Rhythmus in den Schlaf gewippt werden? Wer schon einmal in einer Hängematte geschlafen hat, kann sich ungefähr denken was ich meine.

Ein paar Tage später klingelte also der Postmann und da war sie, die Lösung unserer „Probleme“. Wir haben uns für die Türrahmenvariante entschieden, so können wir den Schlafort recht flexibel halten. Alternativ gibt es auch noch einen passenden Ständer.

Der vollwertige, aus unbehandelter Bio-Baumwolle hergestellte Schlafplatz inklusive Matratze aus reiner Schafwolle war schnell angebracht.

Wir waren sehr gespannt auf unseren „ersten Versuch“.

Der passende Moment schien gekommen und so legten wir Hedi in die NONOMO ab. Suspekt ist wohl das richtige Wort, es schien Hedi suspekt nun dort zu liegen. Frei schwingend zwischen Wohnzimmer und Flur. An Schlaf war nicht zu denken.

Es folgten zahlreiche mehr oder minder erfolgreiche Anläufe. Mal schaffte sie es für ein paar Minuten, einmal sogar lange 20 Minuten in denen wir unser Abendessen inhalierten und die Gelegenheit nutzten, die Wohnung aufzuräumen. Immer wieder stellten wir uns die Frage: Ist das jetzt DIE Lösung? Irgendwie war sie das (noch) nicht. Und wenn wir eine Sache gelernt haben, neben der Tatsache das jedes Baby unterschiedliche Bedürfnisse hat, so auch,  dass Liebe und Geduld der Schlüssel zu allem ist. So hallten mir immer wieder Sätze durchs Ohr wie „Unsere Kleine konnte das von Beginn an gut“ oder „Auch nach sechs Monaten können wir unseren Sohn nicht ablegen“. Aber auch ein Satz den ich immer wieder gelesen habe, kam mir ins Gedächtnis: „Plötzlich ging es“. So war bzw. ist es dann auch. Von einem Tag auf den anderen, zwischen zwei Schüben legten wir Hedi ab und sie schlief selig für die nächsten sechs (!!) Stunden. Wir waren völlig überfordert mit dieser Situation, glücklich und verwundert. Da lag sie nun, schlummerte im Rhythmus von unserer „Babykrankenhauswirkommennachhause“-Playlist.

 

NONOMO

Mittlerweile gehört das (Ein)Schlafen in der NONOMO zum täglichen Programm, welches Hedi und auch uns als Eltern Struktur und Freiraum gibt. Manchmal bin ich schon ein wenig neidisch, dass ich keine so tolle Federwiege für meinen Mittagschlaf habe. Hängematte wäre vielleicht eine Option. Im nächsten Sommer. Auch hier ist Geduld der Schlüssel. ;)

// Anzeige: Unser Dank geht an die Firma NONOMO für die freundliche Unterstützung.

All I want is a little peace & quiet.

“Die Hölle sind die anderen” oder “Mein erstes Mal auf einem Babysachen-Flohmarkt”.

Besinnliche Vorweihnachtszeit, mit verfrühten Marzipankartoffeln und meinem ersten Besuch auf einem Babysachen-Flohmarkt. Dachte ich.

Ich bin gespannt wie viele „erste Male“ ich im Zusammenhang mit dem Vater werden, noch erleben werde? Fakt ist: Dieser Abend neulich war prägend, die Erlebnisse teils gar befremdlich.

Da ist man mit der Liebsten spontan unterwegs in ein Gemeinde Zentrum im Ruhrgebiet, Samstagabend zur besten Ausgehzeit. Vor Ort angekommen lassen sich sogar parallelen zum Samstäglichen Ausgehmodus feststellen, zumindest was die Schlange vorm Eingang betrifft. Eine seltsame Mischung aus „Hey, lass uns anstellen für das neue iPhone X“, "Booaah, hoffentlich lässt man uns ins Berghain" und „Hallo Susanne, ach Mensch der Noel ist aber groß geworden …. Echt, du stillst nicht mehr??! Krass!“


Und so öffnen sich die Türen zum Gemeindezentrum und es gibt kein Halten mehr, es wird sich strategisch aufgeteilt und so platziert man sich teilweise in Familiärer Eintracht, inklusive Schwiegermutter vor dem Tisch mit den Baby- Stramplern, Ellbogen raus und wie im Schlussverkauf erstmal alles an sich reißen, sortieren kann man später. Erstmal erbeuten. So grundsätzlich eben.
Vier Stände weiter gibt es einen lauten „Rumms“ und die tobende Masse aus Eltern, Verkäufern und Gemeinde eigenen Waffel Bäckern hält für zwei Sekunden inne.
Um danach unvermindert dieses Flohmarkt-Zirkeltraining, bestehend aus: Ellbogen raus, Jagen und sammeln, Waffeln shoppen und „mein Kind ist das tollste hier“ weiter bis zur Perfektion zu betreiben.


Mir gehen die Worte nicht aus dem Kopf, die der Frauenarzt neulich und offensichtlich weniger naiv als ich, formulierte: „Das wird sie nun das ganze Leben begleiten“.

Nun sitze ich hier, ein paar Tage später. Mit Abstand, Gedankenfragmenten und Slowdive im Hintergrund. Muss es immer höher, schneller, weiter sein? Ist das so?
Müssen immer die Ellbogen raus? Muss man immer der Norm entsprechen und muss man dafür immer das neueste Spielzeug zu Hause haben? Oder das coolste, neue Label haben damit man bereits in der Kita das entsprechende ansehen (anderer Eltern) bekommt? Nein, ich denke nicht.

Keine Ahnung welches „erste Mal“ in Bezug auf mein Vater werden, mir noch so bevorstehen wird, aber Fakt ist: Kinder sind kein Wettbewerb.