Hinter all diesen Fenstern.

Da habe ich dich eben in den Bus gesetzt, in dem bereits die „Leih-Omma“ auf dich wartete.
Die 354 Richtung Tierpark, Flamingos gucken und allerlei andere Tiere mit einem lauten „DAA“ entdecken. Während deine Mama an ihrer Masterarbeit formuliert und ich frischen Waffel Teig angesetzt habe, kommt mir der Gedanke das der Tierpark gar nicht so weit von der Kinderklinik entfernt ist. Die Kinderklinik, unser Temporäres zu Hause im Januar für fast eine Woche. Immer noch sehe ich die Bilder vor Augen aus dieser Nacht, wo wir nicht wussten was mit dir los war kleine Hedi.

Was für ein Abenteuer diese Tage doch sein sollten, leider verbunden mit negativen Erinnerungen deinerseits an weiße Kittel, die sofort „Gefahr“ für dich darstellten. Ängste und Gefühle unsererseits, die wir als deine Eltern, so noch nicht kannten.

Nun kühlt der frische Waffelteig so vor sich hin und mir kommen die Gedanken an nächste Woche, denn du wirst operiert, ein notwendiges Übel, welches wir dir gerne erspart hätten. Aber um so einen Vorfall, wie im Januar auszuschließen, leider nicht anders machbar. Aber: ein gutes, halbes Jahr ist vergangen und (man!) was hast du dich verändert!? Du bist jetzt ein kleiner Waldwichtel und meisterst den spielerischen Alltag in der Wichtelstube ganz wunderbar, du bist viel sicherer geworden in deinem Handeln, wie selbstverständlich entziehst du dich brenzligen Situation aka. plötzlich sind alle in der Spielküche und wollen auch kochen, wohl wissend das in der Küche die besten Party´s stattfinden, aber man soll ja auch gehen, wenn es am schönsten ist. Als ob es nie anders gewesen wäre läufst du durch unsere Wohnung und bringst Dinge von A nach B und manchmal auch noch nach C und D. Und was du uns alles erzählst, jeden Tag aufs Neue, all das was du so erlebst, mit uns, im Wichtelstübchen oder mit der „Leih-Omma“.

Das alles lässt mich beruhigt auf nächste Woche schauen, wohl wissend das wir im Krankenhaus in guten Händen sind, einen emphatischen Arzt haben, der bei deiner ersten Untersuchung sofort seinen weißen Kittel auszog, als er deinen sehr skeptischen Blick bemerkte und du direkt ruhiger wurdest. Die paar Tage, die meistern wir gemeinsam als Familie. Zusammen, wie wir es immer tun. Du bist ein starkes Mädchen, angekommen auf dieser Welt, da werden uns ein paar Tage Krankenhaus nicht aus der Bahn werfen.

Deine Mama und ich machen gerade eine kleine Pause, heizen das Waffeleisen vor und hören die aktuelle Lieblingsplaylist und freuen uns darauf, wenn du nachher nach Hause kommst. Die erste Waffel ist bereits fertig.